Rückblende

Das war los beim Wegscheider Kulturbrettl ...

03.12.2017   Einrucksvolle Kapellenwanderung über den Eidenberger Lusen

Am ersten Adventsonntag bot das Wegscheider Kulturbrettl einen stillen Einstieg in die Adventzeit an: Eine Kapellenwanderung, die über den Eidenberger Lusen führte. Der Bus war voll, als es um vier Uhr Nachmittags auf dem Wegscheider Marktplatz los ging. Vor der Hartmannsreuter Dorfkapelle warteten weitere Wanderer, denn dort fand die erste Statio statt. Gemeindereferentin Gabi Peindl hatte eine Adventgeschichte vorbereitet, deren Gedanken die Wanderetappen begleiteten und aufforderten, sich auf den Advent einzulassen, in die Rolle eines heiligen Königs zu schlüpfen und auf dem Weg darüber nachzudenken. Im Dämmerlicht wanderten sechzig Laternen und Taschenlampen auf den Lusensattel hinauf, wo vor der Kapelle und inmitten des Waldes die zweite und eindrucksvollste Statio gestaltet wurde. Die Lieder des Effatachores hätten keine schönere Kulisse finden können. Immer wieder sind es die einfachsten Dinge, die Menschen zum Staunen bringen. Wie eine leuchtende Perlenschnur zog die Kapellenwanderung über den langen Lusenrücken, vorbei an bizarren und von herumhuschenden Lichtern verzauberten Felsgebilden, dann hinab nach Eidenberg. Vor der Kapelle erwartete die Wanderer eine wärmende Überraschung, denn Anna Windpassinger hatte mit den Nachbarinnen einen Stand mit heißen Getränken aufgebaut. Dort standen die Kapellenwanderer nach der letzten Statio dankbar in Trauben und voll der Einrücke. Von Seiten des Kulturbrettls dankte Franz Schuster allen, insbesondere dem Effatachor, Gabi Peindl und den Eidenbergern. Mit dem Bus ging es nach Wegscheid zurück und der geistigen Stärkung folgte die körperliche im Vanini.

Verfasser: FS

Erste Statio in Hartmannsreut
Erste Statio in Hartmannsreut
Erste Statio in Hartmannsreut
Erste Statio in Hartmannsreut

19.11.2017   Hirschl haucht den Dingen Leben ein

Fünfundzwanzig Gäste konnte Franz Schuster zur Lesung des Passauer Lyrikers Friedrich Hirschl beim Wegscheider Kulturbrettl begrüßen. Vergleiche man dies mit den hundertzwanzig Gästen, die sich zur Passauer Lesung einfanden und die Einwohnerzahlen, so müsse die Begeisterung für Lyrik in Wegscheid doppelt so hoch sein. „Stilles Theater“ hat Fridrich Hirschl seinen neuen Gedichtband benannt. Es ist sein bisher umfangreichstes Werk und es stecken vier Jahre Arbeit darin. Die leistet Hirschl meist nachts, wenn die Stadt still wird und Dunkelheit sich über die Straßen und Gassen legt. Lediglich die einfallslosen Köpfe auf ihren langen Hälsen wirken erstaunlich hell, wie Hirschl die Straßenlaternen beschreibt. Hat die Welt Zeit für Stille? Passt Lyrik ins moderne Heute? Hirschl versucht es und die Zahl seiner Bücher gibt ihm Recht. Trotzdem ist Lyrik ein Nischenprodukt und wird von der aktuellen Flut mehr oder weniger gleichgestrickter Heimatromane scheinbar ins Abseits gedrängt. Aber genau das gibt der Lyrik die Chance herauszustechen wie ein Leuchtturm und mit knappen klaren und aphoristischen Gedanken der banalen Schreibsintflut einen Orientierungspfahl zu setzen. Ein wenig bunt ins Alltagsgrau zu streuen, wie Hirschl es in seinem Gedicht vom Wind beschreibt: „Ein bunter Herbstgruß | vom Wind in die steingraue Gasse geweht | Als wüsste er was fehlt“

Mucksmäuschenstill lauschten die Gäste Hirschls Zeilen und dankten im zum Schluss mit Applaus, der reichlich üppiger ausfiel, als Lyrik es beschreiben würde.

Verfasser: FS

Friedrich Hirschl liest aus ¨Stilles Theater¨

11.11.2017   Sehnsucht Torre - Die Anziehungskraft des scheinbar Unmöglichen

Thomas Huber, wohl mehr bekannt als einer der Huberbuam trägt eine unglaubliche Faszination für die Berge in seiner Brust. Dabei ist Berge eigentlich nicht der richtige Begriff, denn es sind vielmeh unbezwingbare Felsmonolithe, die es dem unheimlich sympathischen Berchtesgadener angetan haben. Sie hatte er in Bild- und Videoform mit in die Hauzenberger Stifterhalle mitgenommen, wohin in das Wegscheider Kulturbrettl eingeladen hatte. Die acht Meter breite Leinwand in Kombination mit einem Hochleistungsbeamer sorgten für mächtig Eindruck. Lediglich beim Ton stellte Huber mit Entsetzen fest, dass er ein wichtiges Teil zuhause vergessen hatte. Aber solche Pannen werfen das Kulturbrettl nicht aus der Bahn. Flugs holte der Kulturbrettl-Tontechniker Heiner Resch seine Anlage und die Multivisionsschau konnte ohne Verzögerung beginnen. Zentrales Thema Hubers ist der Cerro Torre in Patagonien. Mit seinen 3128 Metern wahrlich kein Bergriese, aber durch seine kühne Nadelform und die glatten Wände ziemlich unnahbar. Der Cerro Torre hat Thomas Huber gefangen wie kein anderer Berg und als er am 30. Juli 2013 nach einigen Versuchen endlich auf dem Schneepilz des Gipfels stand, konnte er es zunächst gar nicht fassen. Huber moderierte seine Multivisionsshow vor der Leinwand, auf der er atemberaubende Kletter- und Naturaufnahmen präsentierte und die Lösung scheinbar unmöglicher Kletterstellen zeigte. Für fast alle Gäste eigentlich ein unvorstellbares Unterfangen. Er hatte Steine von den Bergen dabei, die er durch die Zuschauerhände reichen ließ, damit sie den Geist der Berge fühlen konnten. Ob der Geist zu fühlen war, konnte Huber nicht nachprüfen, aber dass die Steine von den begeisterten Zuschauern mit ordentlich Wärmeenergie geladen wurden. Kaum zwei Wochen zuvor kehrte Huber aus Indien zurück, wo er eine erfolgreiche Expedition ins Kaschmir machte und baute spontan einige Bilder in die Show ein. Auch von seiner Expedition auf Baffin Island berichtete der Kletterer und ließ die Gäste an den großen Gefühlen einer erfolgreichen Besteigung des Mount Asgard teilhaben. Thomas Huber zeigte mit „Sehnsucht Torre“, dass er nicht nur ein unheimlich guter Kletterer ist, sondern auch ein exzellenter Redner, der das Publikum mitnimmt und darüber hinaus sehr talentiert und kreativ mit moderner Multivisionstechnik umgehen kann. Der langanhaltender Applaus war absolut berechtigt.

Verfasser: FS


22.10.2017   Blechbixn begeistern Publikum und Veranstalter

Einen vollen Haiböcksaal bescherte das Mädelquartett "Blechbixn" dem Wegscheider Kuturbrettl. Die vier Landshuterinnen, verstärkt durch männlichen Bassisten und Schlagzeuger zeigten unter dem Motto "Aus. Äpfe. Amen." so richtig, was sie drauf haben und das war ziemlich erstaunlich. Hilde, Judith, Karin und Tine spielten, tanzten und begeisterten das Publikum. Michael am Bass und Bernie am Schlagzeug steuerten knackigen Background bei. Was man heute so alles bei der Männersuche beachten sollte, das packten die Blechbixn in amüsante Geschichten und peppige Lieder. Sie brachten Schwung in die Bude und ließen den Saal singen. Das sie gerne nach Wegscheid kamen und die Atmosphäre im Haiböcksaal genossen, das sah man ihnen an. Bei der Anreise wunderten sie sich, wie groß Niederbayern ist, und wie schön. Der Funke sprang über und die Blechbixn werden noch viel von sich reden machen, das lässt sich heut schon sagen. 

Verfasser: FS

Die Blechbixn mit Aus. Äpfe. Amen.

29.09.2017   Standing Ovations für Edwin Kimmler

Einen Tag nach Herbstanfang startete das Wegscheider Kulturbrettl in den Kulturherbst. Zu Gast war der Musiker und Sänger Edwin Kimmler aus Landshut mit seinem Programm „That keeps me walking“. Auf der Bühne fünf Gitarren und ein E-Piano und dann Edwin Kimmler, der im ersten Teil die Finger über die Saiten seiner Gitarren tanzen ließ. Dabei viele Stücke von weltbekannten Künstlern  und einige Eigenkompositionen zum Besten gab. Blues, Soul, Boogie Woogie, Swing, Ragtime, Kimmler beherrscht jedes Genre perfekt und hat das Publikum von der ersten Minute an für sich gewonnen, ja man könnte fast sagen: ins Herz geschlossen. Denn er freute sich über das Feedback und schaukelte die Stimmung hoch, bis die vielen Gäste im Haiböcksaal Kimmler mit Standing Ovations belohnten. Das Wegscheider Publikum durfte einen herausragenden Abend erleben, der im Rhythmus der Musik zu wahren Begeisterungsstürmen empor schwang. Diese Stimmung spornte Edwin Kimmler an und man sah es ihm an, wie er den Abend genoss. Im zweiten Teil spielte Edwin Kimmler auf dem E-Piano, das er nicht weniger meisterhaft beherrschte. Dabei verband er die Musik immer mit Lebensgeschichten und nett verpackten Informationen zu seiner Musik. Er versprach wieder zu kommen und das Kulturbrettl wird dieses Versprechen gewiss einfordern.

Verfasser: FS

Edwin Kimmler - That keeps me walking